Die fachgerechte Montage eines Fensters endet nicht mit dem Einsetzen des Rahmens. Ein oft unterschätzter, aber kritischer Arbeitsschritt ist das Einsetzen der Glasscheibe in den Flügel. Hierbei stellt sich immer wieder die entscheidende Frage: Verklotzungsschema: Wo müssen die Klötze hin? Wird hier fehlerhaft gearbeitet, klemmt das Fenster, die Scheibe kann reißen oder der Rahmen verzieht sich.
Grundlagen der Verklotzung
Bevor wir klären, wo müssen die Klötze hin, müssen wir verstehen, welche Aufgaben sie erfüllen. Die Verklotzung dient der Lastabtragung des Scheibengewichts auf die Beschläge und den Rahmen, ohne dass Spannungen im Glas entstehen.
Man unterscheidet im Verklotzungsschema zwischen zwei Arten von Klötzen:
- Tragklötze: Sie nehmen das Gewicht der Scheibe auf und leiten es in die Konstruktion weiter.
- Distanzklötze: Sie fixieren die Scheibe seitlich und oben, um ein Verrutschen zu verhindern und die Formstabilität des Flügels zu gewährleisten.
Dabei gilt immer das Prinzip der "Dampfdruckausgleichsöffnung". Die Klötze (meist aus Kunststoff oder Hartholz) dürfen den Falzraum nicht komplett blockieren, damit Wasser ablaufen kann und die Luft zirkuliert.
Das Standard-Verklotzungsschema: Wo müssen die Klötze hin?
Die Positionierung der Klötze hängt maßgeblich von der Öffnungsart des Fensters ab. Das Ziel ist es meist, das Gewicht diagonal zum unteren Scharnier abzutragen.
1. Dreh-Kipp-Fenster und Drehfenster
Dies ist der häufigste Fall. Um die Frage "Verklotzungsschema: Wo müssen die Klötze hin?" hier zu beantworten, stellen Sie sich eine Diagonale vor, die vom unteren Scharnier (Ecklager) zur oberen Griffseite führt.
- Unten (Scharnierseite): Hier sitzt der wichtigste Tragklotz. Er trägt die Hauptlast.
- Oben (Griffseite): Hier sitzt der Distanzklotz, der verhindert, dass der Flügel absackt (auswinkelt).
- Zusätzliche Distanzklötze kommen seitlich an die gegenüberliegenden Ecken, um das Spiel zu minimieren.
2. Festverglasung
Bei feststehenden Elementen gibt es keine Scharniere. Hier wirkt die Schwerkraft direkt nach unten.
- Unten: Zwei Tragklötze werden links und rechts (ca. eine Klotzlänge vom Rand entfernt) platziert.
- Seitlich/Oben: Distanzklötze sind oft nur zur Sicherung bei Transport oder Montage nötig, im eingebauten Zustand trägt die Scheibe unten auf.
3. Kipp-Fenster (Oberlicht)
Hier ändert sich die Lastverteilung.
- Unten: Tragklötze links und rechts in den Ecken oder mittig, je nach Breite.
- Oben/Seitlich: Distanzklötze müssen verhindern, dass die Scheibe beim Kippen verrutscht.
Wichtige Regeln für die Montage
Beim Anwenden von jedem Verklotzungsschema müssen folgende Punkte beachtet werden:
- Materialwahl: Verwenden Sie nur fachgerechte Verglasungsklötze, die weichmacherfrei und alterungsbeständig sind.
- Positionierung: Klötze dürfen nicht verrutschen. Oft werden sie mit etwas Silikon fixiert (verträglichkeit prüfen!).
- Brückenbildung: Nutzen Sie Glasfalzeinlagen (Brücken), damit der Klotz nicht direkt auf dem Profilsteg liegt und die Entwässerung blockiert.
Experten-Tipp: Ein falsch verklotztes Fenster lässt sich oft schwer schließen. Wenn der Flügel auf der Griffseite schleift, fehlt meist oben an der Griffseite oder unten am Ecklager die nötige Spannung durch die Klötze.
Häufige Fehler beim Verklotzen
Wer die Frage "Wo müssen die Klötze hin?" falsch beantwortet, riskiert Folgeschäden.
- Zu viele Klötze: Dies führt zu Spannungen im Glas (Glasbruchgefahr!). Eine Scheibe darf nie "eingeklemmt" werden.
- Klotz auf Scheibenmitte: Bei Isolierglas darf der Klotz niemals nur eine der Scheiben tragen. Er muss breit genug sein, um beide (oder alle drei) Glasscheiben vollflächig zu unterstützen.
- Blockierte Entwässerung: Wenn der Tragklotz das Entwässerungsloch verdeckt, sammelt sich Wasser im Falz, was zu Schäden am Randverbund der Scheibe führt.
Die korrekte Antwort auf "Verklotzungsschema: Wo müssen die Klötze hin?" ist also essenziell für die Funktion und Langlebigkeit Ihrer Bauelemente.